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Ägypten -

Lebendige Geschichte im Orient

Ein altes ägyptisches Sprichwort besagt: "Wer einmal vom Wasser des Nils getrunken hat, kehrt immer wieder an seine Ufer zurück"! Zumindest mich hat dieses Land mit seiner Kultur und seinen Menschen so fasziniert, dass ich bisher 15 Reisen in die unterschiedlichen Gegenden unternommen habe. Über die interessantesten Reiseziele möchte ich hier berichten:

Kairo:

Ich kenne kaum eine Stadt mit so vielen unterschiedlichen Gesichtern, wie sie widersprüchlicher nicht sein können: Moderne Bürogebäude neben altehrwürdigen Moscheen mit verzierten Minaretten, prachtvolle Einkaufsstrassen mit Designer-Läden und Boutiquen neben den engen Altstadtgassen des weltweit grössten Bazars.  In den Läden mit bunt gemischen Sortimenten, dichtbesetzten Teestuben, Ständen mit fremden Gewürzen und exotische Gerüche allerorts - bei einem Bummel über den "Khan el-Khalili"-Bazar betritt man eine andere Welt. Wie eine grosse Ader schlängelt sich in weitgeschwungenen Bögen der breite Nil durch die Stadt und grosse Brücken verbinden die dadurch getrennten Stadtteile. Auf keinen Fall darf man die Gelegenheit verpassen, dass berühmte "Ägyptische Museum" mit dem Sarkophag und die goldene Totenmaske des mumifizierten Pharaos Tut-Ench-Amun und den zahlreichen antiken Papyrus-Schriftrollen zu besuchen. Ein Blick in die prächtigen Moscheen, ein Abend in einem der vielen Nachtclubs mit Wasserpfeife und Bauchtanz-Darbietung und ein Einkaufsbummel über die nach Angeboten sortierten Bazare sollte bei keinem Kairo-Aufenthalt fehlen.

Kaum hat man die quirlige Grossstadt verlassen und die Vororte durchquert, erreicht man auch schon die oberhalb der Stadt gelegenen "Pyramiden von Gizeh". Diese erstaunlichen Bauwerke, unter der Herrschaft verschiedener Pharaos jahrtausendealter Dynastien errichtet, gehören nicht umsonst zu den sieben Weltwundern. Es ist einfach erstaunlich, wie bis zu 146 m hoch 2,5 Millionen Steinblöcke Stufe für Stufe aufeinander geschichtet wurden. Tief hinab geht es in die heissen, stickigen Grabkammern in das Innere der Cheops-, Chephren- und Mykerinos-Pyramide, wo ehemals die mumifizierten Körper ihrer Erbauer mitsamt kostbarer Grabbeigaben bestattet wurden. Der rätselhafte Sphinx wurde nur wenige hundert Meter entfernt von den Pyramiden vom staubigen Wüstensand befreit. Aus nur einem einzigen riesigen Felsblock ist die, scheinbar lächelnde, Löwengestalt mit dem Kopf eines Pharaos entstanden, dessen Herkunft und Bedeutung ist bis heute ungeklärt ist.

Südlich von Kairo befindet sich die allererste Hauptstadt Ägyptens: Memphis. In der Ausgrabungsstätte kann man sich die hier liegende 10 m grosse Statue von Ramses II und die 8 m lange Alabaster-Sphinx ansehen. Der sagenumwobene König Menes hat als Gründer dieser Stadt nur 7 km weiter westlich dei Begräbnisstätte Saqqara erbauen lassen. Die dort vom berühmtesten ägyptischen Baumeister Imhotep konstruierte Stufenpyramide von Saqqara ist die älteste Pyramide der Welt und sogar das erste steinerne Bauwerk in dieser Grösse.

Die klassische Nilkreuzfahrt:

In Luxor, dem einstigen Theben, beginnt und endet die klassische Nilkreuzfahrt, die das "Highlight" jedes Ägypten-Urlaubs ist. Schon aus dem Flugzeug heraus erkennt man, dass sich das Leben hier fast nur am grünen Gürtel des Nils abspielt. Westlich und östlich davon findet man nur heissen Sand, Wüste mit ein paar Oasen, ausgetrocknete Flussläufe und einige noch immer hier lebende Nomadenstämme.  Auf einer einwöchigen Fahrt mit einem komfortablen Schiff in klimatisierten Kabinen lassen sich die vielen Tempelanlagen und Überreste der alten ägyptischen Kultur unter fachkundiger Begleitung eines Reiseleiters erkunden und im Liegestuhl an Deck kann man bequem die faszinierende Landschaft auf beiden Seiten des Nil-Ufers beobachten. Mit dem Reiseleiter, der in kleinen Gruppen seine Gäste mit umfassenden Informationen und lebendigen Erzählungen durch die Tempelanlagen führt, können die Sehenswürdigkeiten nur ein paar Schritte vom Schiff entfernt besichtigt werden. Diese Touren werden immer wenn möglich in den Morgenstunden und am späten Nachmittag arrangiert, so dass man nicht in der grössten Hitze unterwegs sein muss. Auf einer Nilkreuzfahrt erlebt man alle Überreste der vergangenen Zeit der Pharaonen ohne lange, schweisstreibende Busfahrten und lästiges Kofferpacken!

In Luxor befindet sich auf der Ostseite vom Nil das damals mächtigste Heiligtum Ägyptens, der Tempel von Karnak, den eine 3 km lange Allee aus Sphinxen-Statuen mit dem südlicher gelegenen Luxor-Tempel verbindet. In beiden Bauwerken zeigen gewaltige Säulenhallen, Reliefs und Inschriften mit farbenfrohen Malereien an den Tempelwänden wie prachtvoll diese Stadt zu pharaonischer Zeit gewesen sein muss. Auf der Westseite Luxors liegen die in den Felsen des Theben-Gebirges gehauenen Königsgräber, wo die bedeutendsten Pharaonen mit ihren legendären Goldschätzen begraben wurden. Nicht weit vom "Tal der Könige" kann man den terrassenförmig erbauten Tempel der Hatshepsut besichtigen. Für Luxor werden immer zwei Tage benötigt und die Besichtigung werden meist auf den ersten und letzten vollen Tag der Nilkreuzfahrt aufgeteilt.

Von Luxor aus geht weiter nilaufwärts Richtung Süden: Der Tempel des Gottes Khanum befindet sich mitten im kleinen Ort Esna und wird von mächtigen, ausladenden Säulen gestützt.

Schon nach nicht einmal vier weiteren Fahrtstunden ist das Schiff in Edfu. Im eindrucksvollen Tempel des Falkengottes Horus ist seine Geschichte als Sohn von Osiris und Isis in gut erhaltenen Hieroglyphen in den Tempel gemeisselt.

Der südlichste Halt des Schiffes ist Assuan. Schon von weitem sieht man überall die weissen Segel der Felukken af dem Wasser tanzen. Diese traditionellen Fischerboote der Ägypter sind immer noch das wichtigste Transport- und Fortbewegungsmittel in dieser Gegend. Sehenswert ist hier der Assuan-Staudamm, den "unvollendeten Obelisken" in den Granitsteinbrüchen und der botanische Garten auf der Insel Elephantine in der Mitte des Nils. Ausserdem geht es per Boot zum "Philae-Tempel" von Isis, der Göttin der Magie, der sich ebenfalls auf einer Insel wunderschön mitten im Assuan Stausee liegt. Wer möchte, kann noch einen Tee auf der grossen Terrasse des, durch Agatha Christie berühmt gewordenen, Hotels "Old Winter Palace" mit herrlichem Blick über den Nil einnehmen!

Von Assuan aus wird der immer fakultative Ausflug nach Abu Simbel angeboten, da die fast 300 Kilometer entweder per Busfahrt oder mit dem Flugzeug hinter sich gebracht werden können. Am Fusse des Nasser-Sees liegt der beeindruckende Re-Harachte-Tempel von Ramses II, der als das grösste und prachtvollste Bauwerk in ganz Nubien gilt. Am Eingang thronen vier 22 m hohe Ramses-Statuen zur Abschreckung der damals räuberischen Nubier, denn vor dem Bau des Stausees lag der Tempel hinter einer Nilbiegung. Die Besonderheit des Tempels liegt jedoch im Inneren: In der hintersten Kammer, dem Allerheiligtum, sitzen vier Statuen der Gottheiten, auf welche ausschliesslich zur Sonnenwende am 22. Februar und 22. Oktober das Sonnenlicht hereinschein - nur das Abbild von Ptah, dem Gott der Dunkelheit und des Todes, bleibt im Dunkeln! Nebenan liess der Pharao für seine Frau Nefertari den Hathor-Tempel errichten. Durch den Anstieg des Wasserstandes nach dem Bau des 280 km entfernten Assuan-Staudamms drohten diese in einen riesigen Felsblock gehauenen Tempel zu versinken. Daher wurde in einer internationalen, durch die UNESCO organisierte Aktion, beide Tempel in 1036 Steinblöcke zersägt und 210 m weiter und 61 m höher exakt wieder aufgebaut. Seitdem fällt das Tageslicht je einen Tag später auf die Götter im Allerheiligtum!

Zurück auf dem Schiff geht es am nächsten Tag weiter nach Kom Ombo. Diese Tempelanlage ist dem Krokodil-Gott Sobek geweiht. Da die Krokodile für die alten Ägypter heilige Tiere waren, wurden diese nach ihrem Tod ebenfalls mumifiziert und dort können solche Krokodil-Mumien besichtigt werden. Ausserdem gibt es hier ein sogenanntes "Nilometer": In dieser Gegend zerstörten früher grosse Überschwemmungen Ernte und Häuser der angesiedelten Menschen. Die Priester bauten in den direkt am Ufer auf einer Anhöhe gelegenen Tempel eine Art Brunnen, der mit einem Kanal mit dem Nil verbunden ist. Anhand des Wasserpegels im Brunnen konnte so ein bedrohlicher Anstieg des Wasserstandes rechtzeitig vorhergesehen werden und alle Bewohner gewarnt werden.

Nach all diesen beeindruckenden Erlebnissen erreicht das Schiff wieder Luxor, wo ein weiterer Tag mit neuen Eindrücken wartet, bevor die Rückreise oder besser eine Verlängerungswoche zum Erholen am Roten Meer angetreten wird!

Die Sinai-Halbinsel:

Unsere eigene religiöse Geschichte und die europäische Kultur ist mit diesem vorrangig islamischen Land enger verknüpft als manche glauben. Tatsächlich kann man hier genau wie in Israel auf den Spuren der biblischen Geschichte wandeln: Im Hinterland des heutigen Urlaubszieles Sharm-el-Sheikh liegt das Katharinenkloster, eingebettet in die felsige Berg-und Wüstenlandschaft des Sinai. Der Berg Sinai erhebt sich majestätisch oberhalb des griechisch-orthodoxen Katharinenklosters, das als ältestes permanent bewohnten Klosters der Welt gilt. Hier auf dem Mosesberg offenbarte der Bibel nach Gott Moses die 10 Gebote. Wer sich die steilen, unregelmässigen Stufen noch vor den ersten Morgenstunden hinauf begibt, erlebt einen farbenprächtigen Sonnenaufgang hoch oben auf dem Plateau des Berges mit einem unvergesslichen Ausblick über die karge Felswüste der Sinai-Halbinsel.

In unserem Tauchreise-Angebot finden Sie hier eine detaillierte Beschreibung aller Urlaubsorte am Roten Meer und über die fantastischen Tauchgebiete!

Bei der Planung Ihrer Ägyptenreise und einer Zusammenstellung von verschiedenen Rundreise-Kombinationen stehe ich Ihnen gerne mit Rat & Tat zur Verfügung. Durch persönliche Kenntnis vieler Nilschiffe, Hotels und den Ausflugszielen kann ich Ihnen sicher noch einige wertvolle Reisetipps geben!

Reiseservice Scheffel  | info@reiseservice-scheffel.de